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<antrag><meta><titel>Schluss mit der ideologischen Schulstruktur-Debatte!</titel><status>Beschlossen</status><organ>Erweiterter Bundesvorstand 2007</organ><datum><tag>16</tag><monat>03</monat><jahr>2008</jahr></datum><erstellung><tag>14</tag><monat>5</monat><jahr>2008</jahr><stunde>21</stunde><minute>59</minute><sekunde>12</sekunde><bearbeiter>fberg</bearbeiter></erstellung><aenderung><tag>14</tag><monat>5</monat><jahr>2008</jahr><stunde>21</stunde><minute>59</minute><sekunde>42</sekunde><bearbeiter>fberg</bearbeiter></aenderung><kategorien><gebiet>/Bildungs- und Wissenschaftspolitik</gebiet><gebiet>/Bildungs- und Wissenschaftspolitik/Grundsätze</gebiet></kategorien></meta><body>
<p>Die Jungen Liberalen sehen die ideologisch geführte
Strukturdebatte, welches Schulsystem das Richtige sei, als
kontraproduktiv und daher kritisch an. Vielmehr fordern wir den
Fokus auf die Qualität der Schulen zu lenken, die es an vielen
Punkten dringend zu verbessern gilt. Die Entscheidung über die
konkrete Schulform soll künftig nicht durch die Landesregierungen,
sondern durch die eigenständige Schule in Absprache mit der
Schulträgerschaft erfolgen.</p><p>
Die internationale PISA-Studie darf in diesem Zusammenhang nicht
überinterpretiert werden, weil sie lediglich die Kompetenzen der
Schüler und Schülerinnen der neunten Klassen untereinander
verglichen hat und somit jede Überlegung, die Schulstruktur der
erfolgreichen Länder zu übernehmen, abwegig ist. Stattdessen sind
viele weitere Faktoren, wie z. B. die erhöhte Schulautonomie, ein
besserer Schüler-Lehrer-Schlüssel, vermehrte Evaluationen, sowie
ein professionelles Schulmanagement dabei die
Erfolgsgaranten.<br/>
Das wesentliche und grundlegende Konzept liegt in der
Schulautonomie. Die Hoheit der Schulen über Personal, Finanzen und
Sachmittel ist dabei unerlässlich, da sie Transparenz und
Wettbewerb unter den Schulen fordert und fördert. Eine
drittelparitätische Schulkonferenz setzt den Rahmen der
Profilbildung. Durch fortlaufende externe sowie interne
Evaluationen lässt sich sicherstellen, dass die Schulen in einem
selbstoptimierenden Prozess stetigen Fortschritt erzielen. Die
somit erzielte Vergleichbarkeit der Schulen sowie das gestärkte
Mitspracherecht der Eltern und Schüler erwirkt eine höhere
Transparenz in den Schulen.</p><p>
Die Finanzmittel der Schule ergeben sich aus einem Sockelbetrag,
erhöht um einen Festbetrag pro Schüler. Hierbei kann der Betrag bei
Förderbedürftigen bzw. besonders Förderbedürftigen erhöht werden.
Auch ein Sponsoring kann zusätzlich den Schulhaushalt stärken,
insofern es mit dem Lehrauftrag vereinbar ist. Nicht verwendete
Mittel können über das Haushaltsjahr hinaus gespart und verwendet
werden.<br/>
Die mangelnde Durchlässigkeit der verschiedenen Schulformen ist ein
zentraler Schwachpunkt der deutschen Bildungslandschaft. Um die in
den Griff zu bekommen, sollen finanzielle Anreize für die Schule
die Durchlässigkeit im Schulsystem erhöhen. So sollen Schulen, die
es schaffen Schüler so gut zu fördern, dass sie einen Wechsel in
weiterführende Schulformen, die später zu einem höheren
Schulabschluss befähigen schaffen, belohnt werden. Die
KMK-Entscheidung, die Verkürzung der Schulzeit in der Sekundarstufe
I zu vollziehen, ist indes kontraproduktiv für die Durchlässigkeit.
Die Jungen Liberalen fordern daher eine Schulzeitverkürzung in der
Sekundarstufe II.</p><p>
Die Jungen Liberalen fordern zur Verbesserung der Bildungssituation
eine konsequente Verkleinerung der Klassen aller Schulformen, sowie
den konsequenten Ausbau individueller Förderungsmöglichkeiten für
Schülerinnen und Schüler.<br/>
Die mangelnde Durchlässigkeit zwischen den Schulsystemen der
einzelnen Bundesländer muss unabhängig von Unterschieden in der
Schulstruktur der einzelnen Länder durch gemeinsame
Mindeststandards zum Ende der Bildungsabschnitte der Sekundarstufe
sichergestellt werden. Auf diese Kernkompetenz soll sich die KMK
konzentrieren, um den steigend geforderten Mobilitätsanforderungen
an die Eltern endlich zumindest innerhalb Deutschlands Rechnung zu
tragen.</p><p>
Evaluation<br/>
Um einen funktionierenden Wettbewerb zu ermöglichen, ist
Transparenz über die Qualität der verschiedenen Schulen
erforderlich, damit Eltern und Schüler die bestmögliche
Entscheidung treffen können. Eine regelmäßige Evaluation des
Unterrichts und der gesamten Schule stellt Eltern einerseits die
dafür erforderlichen Informationen zur Verfügung und gibt der
Schule andererseits ein konstruktives Feedback über die Stärken und
Schwächen.</p><p>
Für eine differenzierte Qualitätsanalyse ist die Kombination
mehrerer Kriterien wichtig. Zu den aussagefähigsten Prüfsteinen
gehören dabei Befragungen von Schülern und Absolventen, die Anzahl
der Schulabgänger mit Schulabschluss, die Quote der Schulabgänger
mit Ausbildungsplatz und der Praxisbezug während der
Unterrichtszeit. Letzteres wird vor allem durch die Kooperation mit
der Wirtschaft und dem Handwerk unterstützt. Des Weiteren zeigt
sich die Qualität der Schule deutlich an der Anzahl der Schüler,
die dazu befähigt werden auf eine höhere Schulform zu wechseln. In
diesem Zusammenhang spielt eine kontinuierliche Verbesserung der
Durchlässigkeit zwischen den Schulformen vor allem nach oben eine
zentrale Rolle. Die Erfolge von Schülern bei externen Wettbewerben
und standardisierten Leistungsüberprüfungen sollen zusätzlich
Aufschluss über die Lehrqualität der Schule geben.<br/>
Eine Evaluation einzelner Lehrer, bei der auch die Ergebnisse der
Schülerbefragung berücksichtigt werden müssen, erlaubt der
Schulleitung eine adäquate Einschätzung der erbrachten Leistungen.
In diesem Zusammenhang wird nicht nur die Qualität der Lehrkraft
gemessen, sondern es müssen auch gezielt Weiterbildungs- und
Verbesserungsvorschläge abgeleitet werden. Hilfreich ist dabei auch
die leistungsbezogene Bezahlung der Lehrkräfte.</p>

<p>Schulmanagement</p><p>
Die Jungen Liberalen wollen den deutschen Schulen mehr
Gestaltungsfreiheit geben. Sie sollen mehr Entscheidungsrechte, ein
eigenes Budget und weitgehende Personalhoheit erhalten: Die Schule
soll ihre Angelegenheiten selbst regeln. Damit wächst die
Verantwortung der Schule für ihr Handeln und ihre Entscheidungen
und zugleich ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Damit
die Eigenverantwortung der Schulen nicht zu Lasten der
pädagogischen Arbeit der Lehrkräfte geht, halten die Jungen
Liberalen ein intelligentes Schulmanagement für unerlässlich. Dies
erfordert einen Wechsel in der Personalstruktur der Schulen.
Verwaltungsaufgaben, insbesondere finanzielle und organisatorische
Angelegenheiten des Schulalltags sollen von Fachkräften mit einer
entsprechenden Ausbildung übernommen werden.<br/>
So können sich die Lehrer ihrer eigentlichen pädagogischen Aufgabe
mit den Schülern widmen, während die neu einzustellenden
Schulmanager entsprechendes Know-how einbringen und damit neue
Chancen in Bereichen wie Schul-Sponsoring, Marketing, der
Kooperation mit Unternehmen und Stundenplanmanagement eröffnen.
Neben den Schulmanagern können zusätzlich Hilfskräfte im Rahmen der
Schulautonomie zur Entlastung der Lehrkräfte beitragen.</p>

<p/>
</body></antrag>
